Klinische Onkologie

Bis vor kurzer Zeit stand die Behandlung von Krebserkrankungen fest auf drei Säulen: Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie. In den letzten Jahrzehnten wurden jedoch durch die Krebsforschung viele neue Erkenntnisse über die Unterschiede zwischen gesunden und bösartigen Zellen und über die Wachstumseigenschaften von Krebszellen gewonnen. Anhand dieser Erkenntnisse konnten neue, gezielte Therapien gegen Krebs entwickelt werden.

Nach jahrelanger biotechnologischer Forschungs- und Entwicklungsarbeit gelang es, mit Antikörpern maßgeschneiderte Medikamente gegen bestimmte Krebsarten zu entwickeln. In der Universitäts-HNO-Klinik Mannheim wird in klinischen Studien die Wirkung des EGF- (Epidermal-growth-factor-) Antikörpers Cetuximab auf Kopf-Hals-Tumoren untersucht. Dieser Antikörper richtet sich ganz gezielt gegen bestimmte Oberflächenmerkmale eines Tumors und hemmt dadurch sein Wachstum. In einer ersten Multizenterstudie dieses Antikörpers bei 424 Patienten führte die zusätzliche Gabe von Cetuximab im Rahmen einer Strahlentherapie zu einer signifikant verbesserten 3-Jahres-Gesamtüberlebensrate von 55% statt 45% in der alleinigen Strahlentherapiegruppe.

In verschiedenen Studien zeigte sich ein eindeutiger Vorteil in der Verwendung einer kombinierten Radiochemotherapie statt einer alleinigen Strahlentherapie bei Kopf-Hals-Tumoren. Neuerdings wird nun die möglicherweise erweiterte Wirksamkeit einer Induktionschemotherapie, bestehend aus mehreren Zyklen Docetaxel, Carboplatin und 5-FU, mit der Wirksamkeit von Carboplatin und 5-FU verglichen. Docetaxel wird semisynthetisch aus der Rinde der Europäischen Eibe gewonnen. (PHOTO) Die zytostatische Wirkung von Docetaxel beruht auf seiner Bindung an den Mikrotubuli-Apparat. Dadurch kommt es zur Stabilisierung der Mikrotubuli und zur Blockierung der Mitose der Zelle. Dies hemmt das Wachstum des Tumorgewebes.

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